Es gibt diesen Moment, den fast jede Führungskraft kennt. Du sitzt im Meeting, alle schauen dich an, und du denkst: „Okay. Ich bin jetzt wohl die Person, die es richten soll.“
Du nickst. Du wirkst ruhig. Du sagst etwas Kluges. Und innerlich läuft ein zweites Meeting: mit Selbstzweifeln, Erwartungen, Konflikten und dem Wunsch, nicht ständig der Blitzableiter zu sein.
Willkommen in der Realität von Führung. Stilvoll, anspruchsvoll, manchmal absurd. Und genau deshalb ist Leadership Coaching so relevant: nicht, weil du „schlecht“ führst, sondern weil du besser führen kannst, wenn du dich selbst klarer siehst.
Leadership Coaching ist ein persönlicher, zielorientierter Entwicklungsprozess, der dir hilft, dein Verhalten, deine Wirkung und deine Entscheidungen zu verbessern, im echten Alltag, nicht nur auf PowerPoint.
Was ist Leadership Coaching eigentlich?
Leadership Coaching ist 1:1 Begleitung (oft), manchmal auch Team- oder Gruppencoaching. Du arbeitest mit einem Coach daran, wie du führst, wie du wirkst und wie du in schwierigen Situationen handlungsfähig bleibst.
Wichtig: Es geht nicht um „mehr Theorie“. Es geht um:
Selbstwahrnehmung (was du glaubst, was du tust vs. was bei anderen ankommt)
Verhalten (wie du kommunizierst, priorisierst, Grenzen setzt)
Wirkung (Vertrauen, Klarheit, Präsenz)
Alltagstransfer (nicht nur Erkenntnisse, sondern Umsetzung)
Und ja: Manchmal geht es auch darum, endlich aufzuhören, alles allein tragen zu wollen.
Leadership Coaching vs. Training vs. Executive Coaching: Wo liegt der Unterschied?
Viele Unternehmen werfen alles in einen Topf: Training, Coaching, Mentoring. Klingt nach „Entwicklung“, ist aber nicht dasselbe.
Training ist meist standardisiert: Inhalte, Modelle, Übungen. Super, wenn du Grundlagen lernen willst.
Leadership Coaching ist individuell: Es dreht sich um dich, deine Rolle, dein Umfeld, deine konkreten Situationen.
Executive Coaching ist oft eine Unterkategorie: Coaching für Senior Executives, C-Level, sehr strategisch, häufig mit heiklen Stakeholder-Themen, hoher Sichtbarkeit und Druck.
Ein Vergleich als Übersicht:
Format
Fokus
Passt gut, wenn…
Training
Wissen & Skills allgemein
du Grundlagen brauchst oder neue Tools lernen willst
Leadership Coaching
Verhalten, Wirkung, Alltagstransfer
du in realen Situationen besser werden willst
Executive Coaching
Strategie, Einfluss, Top-Level-Entscheidungen
du oben führst und viele Stakeholder managst
Für wen eignet sich Leadership Coaching?
Kurz: für Menschen, die führen (oder bald führen) und es ernst meinen.
Typische Zielgruppen:
First-Time-Leaders / neue Teamleiter: der Sprung vom Kollegen zur Führungskraft ist kein Spaziergang
erfahrene Führungskräfte: wenn du merkst, dass „mehr vom Gleichen“ nicht mehr reicht
High Potentials: Vorbereitung auf die nächste Stufe, ohne auf die Nase zu fallen
Gründer und Unternehmer: Wachstum bringt neue Rollen, neue Konflikte, neue Verantwortung
Wenn du führst, beeinflusst du Menschen. Und das ist zu wichtig, um es dem Zufall zu überlassen.
Welche Ziele kannst du mit Leadership Coaching erreichen?
Hier die Klassiker, die im echten Leben auftauchen (nicht im Prospekt):
bessere Kommunikation: klar, ruhig, direkt, ohne kalt zu wirken
Konfliktfähigkeit: Probleme ansprechen, ohne Drama, aber auch ohne Wegducken
Entscheidungsstärke: weniger Grübeln, mehr saubere Entscheidungen
Resilienz: Druck aushalten, ohne dich selbst zu verlieren
Stakeholder-Management: nach oben, zur Seite, nach unten – und du bleibst du
Führungsidentität: wofuer du stehst und wie du führen willst
Change & Transformation: wenn alles wackelt, brauchst du Haltung statt Aktionismus
Manchmal ist das Ziel auch ganz einfach, zum Beispiel abends abschalten zu können.
Wie läuft ein typischer Leadership-Coaching-Prozess ab?
Die meisten Coaching-Mandate folgen einer Struktur, auch wenn sie sich persönlich anfühlen:
Intake / Vorgespräch Du klärst Ziele, Erwartungen, Rahmen. Passt die Chemie? Passt der Stil?
Zielsetzung Was soll nach dem Coaching anders sein? Woran würdest du merken: „Das hat sich gelohnt“?
Analyse Zum Beispiel via Reflexionsfragen, Standortbestimmung, manchmal 360-Grad-Feedback oder Persönlichkeitsprofile.
Sessions Du bringst echte Situationen mit. Keine Theorie-Schlachten, sondern echte Mails, echte Konflikte, echte Entscheidungen.
Transfer in den Arbeitsalltag Praxisaufgaben, neue Routinen, Experimente: „Was passiert, wenn ich nächste Woche so kommuniziere statt wie immer?“
Review & Abschluss Was hat sich verändert? Was bleibt als Standard? Was sind deine nächsten Schritte?
Das Gute: Du musst nicht perfekt sein, du musst nur bereit sein, ehrlich hinzuschauen.
Wie lange dauert Leadership Coaching, und wie oft trifft man sich?
Das hängt von Rolle und Ziel ab, aber typische Muster sind:
3–5 Sessions: Fokus-Thema (z.B. schwieriger Stakeholder, neue Rolle, Konflikt im Team)
6–10 Sessions: nachhaltige Entwicklung (Kommunikation, Führungshaltung, Entscheidungsstil)
6–12 Monate: bei grossen Transformations- oder Executive-Themen
Häufigkeit: oft alle 2 bis 4 Wochen. Genug Raum zum Umsetzen, aber eng genug, damit du dranbleibst.
Welche Methoden nutzen Leadership Coaches?
Ein Coach ist kein Zauberer. Aber ein guter Coach hat Werkzeuge, die wirken, weil sie dich in Bewegung bringen.
Häufige Methoden:
360-Grad-Feedback: Rückmeldungen von Team, Peers, Vorgesetzten
Persönlichkeitsprofile: als Gesprächsbasis, nicht als Schublade
Shadowing: Coach beobachtet dich in Meetings und gibt Feedback
Reflexionsfragen: die unangenehm guten, die treffen
Praxisaufgaben: neue Gesprächsführung, klare Delegation, Grenzen setzen
Rollenspiele: ja, es wirkt erstmal komisch, hilft aber brutal bei Konfliktgesprächen
Wichtig: Methoden sollen dir helfen, nicht beeindrucken.
Wie misst man den Erfolg von Leadership Coaching?
„Ich fühle mich besser“ ist schön. Aber gerade in Unternehmen braucht es oft mehr als ein gutes Gefühl.
Erfolg kann sichtbar werden durch:
bessere Teamkommunikation (weniger Missverständnisse, weniger Reibungsverluste)
schnellere, klarere Entscheidungen
weniger Eskalationen, bessere Konfliktlösung
stärkere Mitarbeiterbindung (Menschen bleiben bei Führung, nicht bei Logos)
höhere Engagement-Werte
konkretes Verhalten: mehr Delegation, klarere Prioritäten, bessere 1:1 Gespräche
Ein praktischer Blick: Vorher-Nachher-Beispiele sammeln (du selbst, Teamfeedback, konkrete Situationen). Coaching ist messbar, wenn du es alltagstauglich aufsetzt.
Qualifikationen: Woran erkennst du einen guten Leadership Coach?
Die Bezeichnung „Coach" ist kein geschützter Titel. Darum lohnt sich ein genauer Blick.
Achte auf:
solide Coaching-Ausbildung und klare Methodik
Erfahrung mit Führung und Organisationen (nicht nur Theorie)
nachvollziehbare Referenzen oder Arbeitsbeispiele
Transparenz bei Ablauf, Preisen, Vertraulichkeit
professionelle Haltung: Coach macht dich nicht abhängig, sondern handlungsfähig
Zertifizierungen (z.B. ICF, EMCC) können ein Plus sein, sind aber nicht automatisch Qualität
Und ganz ehrlich: Die Chemie zählt. Wenn du dich nach dem Erstgespräch klein oder komisch fühlst, such weiter.
Mini-FAQ: Die häufigsten Fragen zu Leadership Coaching
Was ist Leadership Coaching und wie unterscheidet es sich von Training oder Executive Coaching? Training ist standardisiert, Coaching ist individuell und alltagsnah. Executive Coaching ist Coaching auf Senior-Level.
Für wen eignet sich Leadership Coaching? Für neue Führungskräfte, erfahrene Leader, High Potentials und Gründer.
Welche Ziele sind typisch? Kommunikation, Konfliktfähigkeit, Resilienz, Entscheidungsstärke, Wirkung, Change-Fähigkeit.
Wie läuft der Prozess ab? Intake, Ziele, Analyse (oft Feedback), Sessions, Praxis-Transfer, Review.
Unterschied zu Mentoring? Mentoring teilt Erfahrung und Einblicke. Coaching entwickelt dein Verhalten und deine Wirkung durch eigene Lösungen.
Wie lange dauert ein Mandat und wie oft trifft man sich? Häufig 3–10 Sessions, alle 2–4 Wochen, je nach Thema auch 6–12 Monate.
Welche Methoden werden genutzt? 360-Grad-Feedback, Profile, Shadowing, Reflexionsfragen, Praxisaufgaben, Rollenspiele.
Wie misst man Erfolg? Verhaltensänderung im Alltag, Teamfeedback, bessere Entscheidungen, weniger Konfliktkosten, höhere Bindung.
1:1, Team oder Gruppe? 1:1 für Tiefe, Team für gemeinsame Zusammenarbeit, Gruppe für Austausch und Skalierung.
Welche Qualifikationen sind wichtig? Solide Ausbildung, Erfahrung, klare Methodik, Transparenz. Zertifizierungen sind ein Plus, aber nicht alles.
Online oder hybrid? Funktioniert sehr gut, besonders bei vollen Kalendern und verteilten Teams.
Wie passt Coaching in große Programme? Als personalisierter Teil, der Training und Leadership-Modelle in echte Verhaltensänderung übersetzt.
Fazit: Leadership Coaching ist kein Luxus. Es ist Wartung fuer deine Wirkung
Führung ist nicht nur ein Titel. Es ist ein täglicher Einfluss auf Menschen, Energie und Ergebnisse. Und genau deshalb lohnt sich Leadership Coaching: Es macht dich klarer, ruhiger und wirksamer.
Nicht weil du kaputt bist. Sondern weil du wachsen willst, ohne dich zu verlieren.
Wenn du führst, bist du automatisch Vorbild. Die Frage ist nur: für was?